5 Dinge, die wir im Corona-Home-Office lösen mussten

Social Distancing ist das Gebot der Stunde, #FlattenTheCurve das erklärte Ziel. Um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen, ist Solidarität gefragt. Tausende Beschäftigte, Selbstständige und Freiberufler arbeiten daher zur Zeit im improvisierten Home-Office. Und sie sehen sich teilweise mit ganz neuen Herausforderungen konfrontiert. Auch wir bei ver.di haben so unsere Erfahrungen gesammelt. Hier kannst du nachlesen, was wir daraus gelernt haben:

1. Verpasse dir und deinem Arbeitsalltag eine Struktur

Klingt nach einer Binsenweisheit, ist aber wesentlich: Stell´ Dir einen Wecker und steh´ auch auf! Am besten immer zur gleichen Zeit. Natürlich kommt es nicht auf eine Viertelstunde an, aber eine morgendliche Routine hilft dir bei einem reibungslosen Start in den neuen Arbeitsalltag.

Apropos Arbeitsalltag, die gewohnten Strukturen fallen im Home-Office meist weg. Schaffe dir also selbst feste Abläufe und plane deinen Tag auch inhaltlich. Dann verzettelst du dich nicht. Zu einem guten Zeitmanagement gehört übrigens auch ein Slot für die tägliche Mittagspause, die du sonst normalerweise mit deinen Kolleg*innen verbringen würdest.

Die Verlockung in Jogginghose oder Schlafanzug zu arbeiten ist im Home-Office natürlich groß. Vielen Menschen hilft es allerdings, sich morgens so anzuziehen, als gingen sie zur Arbeit. Ob das auch für dich und deinen Start in den Home-Office-Arbeitstag einen Unterschied macht, kannst du ja einfach mal ausprobieren. Wir können es nur empfehlen.

2. Richte dir einen Arbeitsplatz ein

Arbeiten, wo du willst: auf dem Sofa, im Bett oder im Schaukelstuhl. Das ist der Traum vom Home-Office. Und das funktioniert in der ersten halben Stunde sicherlich auch ganz wunderbar. Doch eigentlich sind das die Orte, an denen du normalerweise entspannst. Und das sollten sie auch bleiben.

Suche dir lieber einen Ort, an dem du bequem, aber aufrecht sitzt. Ein ergonomischer, höhenverstellbarer Bürostuhl wäre hier quasi der Jackpot im Lotto, aber ein Stuhl mit Lehne und ein (Küchen-) Tisch sind auch in Ordnung. Hilfreich ist es, wenn du immer am gleichen Ort arbeiten kannst und hier für eine gewisse Ordnung sorgst. Natürlich ist das nicht in jeder Wohnung möglich, schon gar nicht, wenn alle Familienmitglieder oder Mitbewohner*innen ebenfalls zu Hause sind. Aber für ein bisschen Ruhe und Ordnung kannst du sorgen, indem du Zeitfenster mit deinen Mitmenschen ausmachst, in denen du nicht gestört werden willst. Oft reichen schon 20 oder 25 Minuten, um eine Aufgabe konzentriert zu bearbeiten.

Unser Pro-Tipp: Um deinen Nacken zu schonen, arbeite wenn möglich nicht den ganzen Tag am Laptop, sondern installiere dir einen zusätzlichen Bildschirm.

PS: Die spontan eingerichteten, improvisierten Home-Offices, in denen jetzt bundesweit gearbeitet wird, sind natürlich nicht gleichzusetzen mit der dauerhaften mobilen Arbeit bzw. den sogenannten Telearbeitsplätzen. Für diese gibt es in Dienstvereinbarungen oder im Arbeitsvertrag klare Regelungen. Dann muss dein Arbeitsplatz zu Hause den arbeitsschutzrechtlichen Anforderungen entsprechen und dein Arbeitgeber muss dich bei der Einrichtung eines solchen Arbeitsplatzes unterstützen.

3. Bereite dich vor: Kommunikation ist alles

Eine Frau redet mit einem Mann im Video-Chat.

Du kennst sie bestimmt auch: Telefon- und Videokonferenzen, die der blanke Horror sind. Denn häufig fehlen den Teams derzeit die richtigen Tools, die entsprechende Bandbreite im Home-Office oder auch einfach die Erfahrung. Und manchmal geht auch einfach das Mobilfunknetz in die Knie…

Mit ein paar einfachen Regeln können Meetings aber auch im Home-Office geschmeidig laufen. Grundsätzlich gilt: Je weniger Teilnehmer und je kürzer die anberaumte Telefon- oder Videokonferenz, desto besser. Denn klar ist, je weniger Leute durch einander reden, desto produktiver ist das Gespräch. Und je besser jede*r Teilnehmer*in inhaltlich auf die Telefonkonferenz vorbereitet ist, desto schneller ist das Team auch beim Kern der Sache. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es gut funktioniert, wenn vor einem solchen Meeting per Mail eine Agenda an alle Teilnehmer*innen verschickt wird. Und wie im echten Leben ist auch bei Telefon- und Videokonferenzen Pünktlichkeit das A und O. Strapaziere die Nerven deiner Kolleg*innen nicht unnötig, weil du nicht rechtzeitig erreichbar bist.

4. Die besondere Herausforderung: Kinderbetreuung

Ein Mann sitzt an einem Schreibtisch mit einem kleinen Jungen auf dem Schoß.

Seit die Kindergärten und Schulen geschlossen sind, stehen viele Eltern vor dem Problem Kinderbetreuung und Arbeit gleichzeitig zu stemmen. Wenn du Kinder hast, ist das wohl eine deiner zeitintensivsten Aufgaben im Home-Office, die dich vielleicht immer wieder mal an deine Grenzen bringen wird.

Mit diesen Ideen wird dein Home-Office ein bisschen kinder-kompatibler: Am Besten bindest du die Kinder in die Tagesplanung mit ein. Legt z. B. gemeinsam fest, wann die Familie etwas zusammen macht und wann jeder sich eine Zeit allein beschäftigen soll. Für dich ist das dann die Zeit im Home-Office, für größere Kinder kann es die Zeit für Hausaufgaben und Home-Schooling sein und für die ganz Kleinen ist vielleicht ein Hörbuch die Lösung. Auch ein Mini-Home-Office in der Nähe deines Arbeitsplatzes kann helfen. Hier können die Kleineren ein wenig „arbeiten“, mit Stiften, Papieren, Kleber und Scheren.

Und weil auch wir natürlich nicht aus der Zeit gefallen sind, wissen wir: Das geht nur eine Weile gut. Manchmal muss und darf es etwas Ablenkung sein. Unser Tipp: Neben den bekannten Programmen bieten die öffentlich-rechtlichen Sender derzeit spezielle Angebote und Sondersendungen für Kinder. Ob im Radio, im Fernsehen oder als Podcast. Auf dem SWR gibt es zum Beispiel den Planet Schule, der NDR bietet die Kindersendung Mikado auf NDR Info an und beim WDR gibt es „Die Sendung mit der Maus“ jetzt täglich.

5. Gute Arbeit ist auch zu Hause wichtig: Bleib gesund

Eine Frau sitzt im Schneidersitz auf dem Sofa und hält eine Schale mit Früchten.

Klingt vielleicht blöd, kommt aber häufiger vor als man denkt. Daher unsere erste Bitte: Vergiss das Essen und vor allem das Trinken im Home-Office nicht. Der normale Arbeitsalltag ist meist so getaktet, dass zumindest das Mittagessen ein fester Termin im täglichen Ablauf ist. Versuche das auch zu Hause einzuhalten.

Regelmäßige Bewegung, kleine Pausen und frische Luft fördern deine Konzentration. Bei einem kurzen Spaziergang bekommst du all das unter einen Hut. Zumindest solange keine Ausgangssperre gilt. Besonders wenn du keinen ergonomischen Bürostuhl zur Verfügung hast, ist es aber wichtig, auch zwischendrin immer mal wieder vom (Schreib-) Tisch aufzustehen.

Und was bei den Kleinen funktioniert, kann auch für Erwachsene nicht schlecht sein: Der RBB bietet zum Beispiel Fitness-Workouts fürs Home-Office per Stream an. Da Fitnessstudios und Sportvereine geschlossen haben und du derzeit auch auf den Weg zur Arbeit verzichtest, ist das eine gute Alternative um gegen den Bewegungsmangel anzutrainieren.

Welchen Herausforderungen musstest du dich bei der Arbeit von Zuhause stellen? Und wie hast du sie gemeistert? Schreib uns doch deine persönlichen Home-Office-Hacks in die Kommentare.

FAQs: Falls du rechtliche Fragen zu den Einschränkungen deiner Arbeit im Zuge der Corona-Pandemie hast, findest du hier Antworten auf die wichtigsten Fragen von Beschäftigen. Der Artikel wird natürlich fortlaufend aktualisiert.

One thought on “5 Dinge, die wir im Corona-Home-Office lösen mussten

  • 3. April 2020 um 16:50
    Permalink

    Ich glaube zur Zeit ist Homer Office besser planbar, als für Mütter die in den wichtigen Berufen arbeiten. Was bringen Notbetreuungen die nur von 8-13 Uhr sind? Welcher Beruf hat heutzutage solche Zeiten. Ich wäre auch lieber im Homeoffice und würde mein Kind dort betreuen, als den Stress wer wie das kind noch abholen könnte, von der Betreuung.

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