Arbeitsalltag in einer Agentur.
Das Foto zeigt weder Gabriel noch die Agentur, in der er tätig war.

Das Interview führte Petra Welzel

Gabriel hat einen Betriebsrat in einer Digitalagentur gegründet und hätte damit auch scheitern können. Er wurde angefeindet, kaltgestellt, mit Kündigungen bedroht. Ein Gespräch über die Mühen einer Betriebsratsgründung, was man dazu wissen muss, und warum Betriebsratsarbeit dennoch Spaß machen kann.

ver.di: Gabriel, du hast vor ein paar Jahren in einer Digitalagentur einen Betriebsrat gegründet – gegen massive Widerstände. Gibt es euren Betriebsrat noch?

Gabriel: Der Betriebsrat wurde in einem Unternehmen gegründet, das es heute nicht mehr gibt. Die Agentur war Teil eines Konzerns – und der Konzern hat später entschieden, dieses Unternehmen aufzulösen. Dann gab es eine Verschmelzung, für den Betrieb einen Übergang. Auf diesen Weg hat sich auch der Betriebsrat begeben, er ist mitgewandert in diesen neuen Betrieb und wir haben unsere Arbeit im Rahmen eines Übergangsmandats fortgesetzt.

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Mousa im Gespräch mit einem Amazon-Fahrer

Der Online-Riese Amazon stellt seit 2019 auch in Deutschland die eigenen Pakete selbst zu – und ist damit nicht mehr auf herkömmliche Paketlieferdienste angewiesen. Da Amazon nicht gerade für gute Arbeitsbedingungen bekannt ist, wollten wir wissen: Wie sieht es damit aus auf der sogenannten „letzten Meile“? Mousa von Faire Integration berät Fahrerinnen und Fahrer, die Amazon-Bestellungen ausliefern, und erzählt von seinen Einblicken.

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Ein Gespräch mit Frank Werneke und Marcel Fratzscher

Viele Vorschläge – wir möchten sozial gerechte Lösungsansätze finden

Die Preise für Lebensmittel steigen rasant. Und wer hatte noch nicht das Schreiben vom Energieanbieter im Briefkasten, in dem saftige Preissteigerungen angekündigt wurden – und im Winter könnte es noch viel schlimmer kommen, lesen und hören wir. Die Stimmung ist schlecht: Viele wissen nicht, wie sie angesichts dieser unerwarteten Entwicklungen ihren Lebensunterhalt bestreiten sollen.

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von Daniel Behruzi

Stärke durch Organisation!

Die nicht-ärztlichen Beschäftigten der Kölner Uniklinik haben sich erfolgreich mit ver.di organisiert und gestreikt. Die Krankenpflegerin Rosa Hense berichtet, wie die Aktiven das geschafft haben.

 Rosa Hense , Gesundheits- und Krankenpflegerin am Uniklinikum Köln. 
Foto: Daniel Behruzi
Rosa Hense, Gesundheits- und Krankenpflegerin am Uniklinikum Köln.
Foto: Daniel Behruzi
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Alle Fotos Kay Herschelmann

Aydan, Hansi, Angela und Anika begleiten als ehrenamtliche Mitglieder – zusammen mit weiteren gewählten Kolleg*innen – in der Verhandlungskommission die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst – live vor Ort, um die Interessen „ihrer“ Berufe zu vertreten.

Auch in dieser separaten Runde für die Sozial- und Erziehungsdienste, in der es nicht um Gehalt, sondern um Entlastung und Aufwertung ging, waren sie ganz nah an den Verhandlungen dran. Hier geben sie ihre persönliche Einordnung des aktuell erreichten Tarifabschlusses. Aber auch unsere aktiven Mitglieder in der Fläche, die in der Tarifrunde gestreikt haben, haben wir nach ihrer Meinung zum Tarifergebnis befragt.

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Foto: privat

Ich bin Roland, 52 Jahre alt und arbeite beim Kreis Lippe / Ostwestfalen in der Abteilung Bevölkerungsschutz als Notfallsanitäter. Ich bin verheiratet und habe zwei Kinder. Auf dem Rettungswagen bin ich jetzt seit ungefähr 25 Jahren.

Angestellt bin ich bei der Kommune, aber der Betreiber des Rettungsdienstes ist der Landkreis. Im gesamten Kreis sind wir – mit allen Rettungswachen auch in den Kleinstädten drum herum – insgesamt knapp über 120 Leute. 

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Alle Fotos von Kay Herschelmann

Bitter, aber wahr im Frühjahr 2022

Gestern Morgen startete die dritte Runde der Tarifverhandlungen für den Sozial und Erziehungsdienst. Die Corona-Zahlen sinken – und deshalb war es endlich wieder möglich, dass um die 1000 Kolleg*innen aus Berlin und Brandenburg sowie Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, die im Übrigen von ihren Trillerpfeifen regen Gebrauch machten, in einem großen Demozug Richtung Kongresshotel in Potsdam zogen, wo die Verhandlungen stattfinden.

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Mein Name ist Ina, ich bin 55 Jahre alt und arbeite seit 33 Jahren bei einem Blinden- und Sehbehindertenverein. Dort betreue ich schwerstmehrfachbehinderte Erwachsene, die zudem blind oder sehbeeinträchtigt sind. Das ist ein sehr sensibler Bereich. Insgesamt betreibt der Verein fünf Wohneinheiten mit unterschiedlichen Schwerpunkten und zwei Werkstätten. Ich bin langjährige Teamleiterin und teilweise freigestellte Betriebsrats-Vorsitzende.

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Mein Name ist Brit, ich bin 43 Jahre alt und arbeite seit 10 Jahren als Erzieherin in der Kindertagesstätte einer Hamburger Stiftung. Seit vier Jahren bin ich in einer integrativen Kita-Gruppe tätig. Ebenfalls vor vier Jahren wurde ich in den Vorsitz der Mitarbeiter*innenvertretung gewählt und bin teilweise freigestellt. Ab Mai diesen Jahres bin ich aber wieder in Vollzeit bei den Kindern.

Unsere Stiftung ist der Diakonie zugeordnet, wir gehören damit zu den wenigen Anwendern der Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR). Die aktuelle Tarifrunde für den kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst betrifft uns somit nicht direkt, aber sie setzt Standards für die gesamte Branche und so profitieren wir auch von einem guten Abschluss, nur etwas später. Bisher hat die Arbeitsrechtliche Kommission einige Zeit nach einem Tarifabschluss im öffentlichen Dienst unsere Gehälter immer nach oben korrigiert. Sonst würden viel zu viele Beschäftigte zur kommunalen Konkurrenz abwandern

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Von Conny Berger, Leiterin Kommunikation in der ver.di Bundesverwaltung

English and Ukranian texts below

Olga Losynska (34 Jahre jung) arbeitet im Moment im vierten Stock der ver.di-Bundesverwaltung – da, wo auch unsere ver.di-eigene Abteilung für die Seeleute Quartier hat. Um ukrainische Seeleute und Hafenarbeiter kümmert sich Olga. Sie kommt aus Odessa, der größten Hafenstadt der Ukraine. Auch der Hamburger Hafen, die HHLA, hat dort riesige Anlagen und wickelt über das Schwarze Meer wesentliche Bestandteile seiner Geschäfte ab. 

Olga hingegen kümmert sich um die Menschen, die diese Geschäfte über den internationalen Schiffsverkehr erst möglich machen, indem sie über die Einhaltung von internationalen Tarifstandards wacht.

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