sebastian gerhards - ver.di-tarifbotschafter in den tarifverhandlungen im öffentlichen dienst 2020

Christiane Lehmann: Hallo Sebastian, du hast dich entschieden, in den Tarifverhandlungen 2020 für den öffentlichen Dienst ver.di-Tarifbotschafter in deiner Amtsstelle zu werden. Wer bist du und was machst du beruflich?

Sebastian Gerhards: Ich bin Sebastian Gerhards, 39 Jahre alt und gelernter Landschaftsgärtner, heute arbeite ich als Landschaftsarchitekt bei der Unteren Naturschutzbehörde, Fischerei und Jagd im Hochsauerlandkreis.

Christiane Lehmann: Was machst du da genau? 

Sebastian Gerhards: Ich betreue verschiedene Schutzgebiete wie Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiete. Auch die Durchsetzung der sogenannten „Eingriffs-Ausgleich-Regelung“ fällt in meinen Arbeitsbereich. Diese Regelung soll dafür sorgen, dass sich ein Gebiet durch Baumaßnahmen nicht verschlechtert. Wir betreuen auch Landwirte im Rahmen des Vertragsnaturschutzes und organisieren gemeinsam die Bewirtschaftung, die Beweidung oder die Mahd, um die schutzwürdigen Flächen optimal zu fördern.

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Sylvia Bühler heizt Beschäftigten in der Pflege vor der 2. Verhandlungsrunde im öffentlichen Dienst ein. 19. September 2020, Potsdam Foto: KAY HERSCHELMANN

Innerhalb der laufenden Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst gibt es zwei eigene Tische, an denen zusätzlich zur „großen Runde“ verhandelt wird. Den Verhandlungstisch in Gesundheitswesen und Pflege haben unsere Vertreter*innen eingefordert, weil wir finden, dass es besonderen Gesprächsbedarf in diesem Bereich gibt, der innerhalb der „großen“ Verhandlungen nicht komplett abgedeckt werden kann. Anders der Verhandlungstisch der Sparkassen: Dieser Tisch wurde von der Arbeitgeber*innenseite gefordert und das verheißt nichts Gutes.

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Vanessa Gropp. Tarifbotschafterin für ver.di in der Tarifrunde.

Christiane Lehmann: Hallo Vanessa, du bist ver.di-Tarifbotschafterin in der aktuellen Tarifrunde im öffentlichen Dienst. Bevor du uns erzählst, was du in dieser Rolle genau machst und wie man „TaBo“ wird, erzähl uns doch kurz, wer du bist und was du machst.

Vanessa Gropp: ich bin Vanessa, 20 Jahre alt und komme aus dem Kreis Hohenlohe. Ich mache eine Ausbildung zur Krankenpflegerin und hatte gestern meine letzten Prüfungen. Seit heute bin ich examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin am Krankenhaus Hohenlohe.

Christiane Lehmann: Juhu, das ist ja toll!! Herzlichen Glückwunsch! Auf welcher Station fängst du denn an?

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TVN2020; Berlin-Friedrichsstrasse, 24.07.2020 © Christian Jungeblodt

Schon vor der Corona-Krise ist die Tarifrunde #TVN2020 für den öffentlichen Personennahverkehr gestartet, zum 1. Juli ist die Friedenspflicht zu Ende gegangen: ver.di ist streikfähig. Zugleich streiten ver.di und Fridays for Future (FFF) schon seit längerem Seite an Seite für eine umweltfreundliche und gerechte Verkehrspolitik, denn wir finden, das sind zwei Seiten einer Medaille: Gute Arbeitsbedingungen und Klimaschutz durch gute Angebote im ÖPNV – das eine geht nicht ohne das andere.  

Stop, halt, noch mal, bitte von vorne! – Wie kommen ver.di und Fridays for Future eigentlich zusammen und was haben Klimawandel und die Tarifrunde im ÖPNV miteinander zu tun?

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Fabienne Eli ist eine von 14 angehenden Gewerkschaftssekretär*innen, die zum 1. April 2020 ihre Trainee-Stelle bei ver.di angetreten haben – mitten in der Pandemie, mitten im Corona-Shutdown. Sie erzählt, wie sie ihren Start als ver.di-Trainee unter diesen ungewöhnlichen Bedingungen erlebt hat.

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Mitmachaktion: Beschäftigte erzählen, wie Corona ihre Arbeit verändert

Der Ausbruch der Corona-Pandemie ist gerade ein paar Wochen her. Experten sagen, wir stünden immer noch am Anfang. Dennoch hat sich bereits jetzt unser aller Arbeitsleben grundlegend verändert. Stillstand und Existenzängste bei den einen: Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit oder drohende Privat-Insolvenz. Andere können im Home Office mehr oder weniger eingeschränkt weiter arbeiten. Lagerkoller inklusive.

Die dritte große Gruppe gilt als „systemrelevant“. Diese Menschen in ganz unterschiedlichen Berufen sorgen dafür, dass unser Leben auch unter den nie da gewesenen Umständen irgendwie weiter funktioniert und dass wir im Krankheitsfall versorgt werden. Wir haben sie per Videochat gefragt: Wie hat sich euer Leben, euer Arbeitsalltag verändert seit der Krise? Was sind die neuen Herausforderungen und was braucht ihr, um diese zu bewältigen?

Angelina Hacker, Großhandel: „Wir schieben Überstunden ohne Ende“
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Dunkle Wolken ziehen über den Himmel, Orkantief Sabine kündigt sich an diesem regnerischen Februarvormitttag schon an. Wir sind auf dem Weg zur Stiftung Jugendhilfe aktiv in Esslingen, um Martin Auerbach zu treffen, der dort als Krisenmanager arbeitet. Das weitläufige Gelände der gemeinnützigen kirchlichen Stiftung der Diakonie Württemberg liegt auf einer Anhöhe mit Blick über die alte Burg hinweg auf die Stadt. In mehreren Gebäuden sind Wohngruppen und Mutter-Kind-Wohnungen untergebracht, es gibt eine eigene Schule, eine große Turnhalle, Spielplatz und Sportplatz – ein Ort zum Wohlfühlen für Kinder und Jugendliche.

Das Herzstück des Geländes ist ein altehrwürdiges Gebäude mit zartrosa Anstrich. Mosaikverzierte Steinböden und ein alter Brunnen schmücken das helle Foyer des Theodor-Rothschild-Hauses. Früher war es ein israelitisches Waisenhaus, wie uns Martin Auerbach bei der Begrüßung erklärt. 

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Arbeit in der Kita AWO Pohlstrasse, Tiergarten-Süd; Berlin, 15.01.2020 , © Christian Jungeblodt

Berlin-Schöneberg an einem frühen Nachmittag im Januar. Bei strahlendem Sonnenschein nähern wir uns unserem Ziel: der von der AWO betriebenen Kita Maulwurf. Wir, der Fotograf Christian und ich, treffen die Erzieherin Tanja Joppe, die uns an ihrem Arbeitsalltag teilhaben lässt.

Der Eingang von der Pohlstraße ist unauffällig. Vor uns liegt das Schulgebäude, auf dessen Gelände sich auch die Kita befindet. Erst vom Schulhof aus sieht man, wie weit sich das imposante Gründerzeitgebäude mit Türmchen nach hinten hinaus erstreckt.

Da ist es auch schon 13 Uhr und wir werden von Tanja herzlich empfangen. Es heißt Schuhe ausziehen und wir durchqueren zunächst den sehr geräumigen sogenannten Elementarbereich der Zwei bis Sechsjährigen.

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Wir blicken zurück auf den ver.di-Bundeskongress, der sich vom 22. bis zum 28. September 2019 zum fünften Mal in der Geschichte von ver.di konstituierte. Knapp 1000 ehrenamtliche Delegierte trafen sich für eine knappe Woche im Leipziger Messezentrum, um Gewerkschaftsrat und Bundesvorstand zu wählen und Grundsatzentscheidungen für die Gewerkschaftsarbeit der nächsten vier Jahre zu treffen. Knapp 500 Hauptamtliche sorgten für einen lückenlosen Ablauf des Kongresses und die Berichterstattung nach draußen. Wir haben im Nachgang die wirklich, wirklich wichtigen Zahlen & Fakten zum Kongress für euch zusammengetragen. Enjoy!

Diese Zahl umfasst Haupt- und Ehrenamtliche und Gäste, schließt also auch alle ver.di-Mitglieder mit ein, die nicht als Delegierte da waren. Wahrscheinlich waren nie alle gleichzeitig da, da Menschen später an- und früher abreisten.
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Foto: Kay Herschelmann

Wer sind eigentlich die Menschen in ver.di? Da Teile des Social-Media-Teams selbst neu sind in der ver.di-Familie, bot der fünfte ver.di-Bundeskongress eine gute Möglichkeit, Menschen in der Gewerkschaft kennen zu lernen. Am dritten Tag des Kongresses treffe ich Martina Rößmann-Wolf, die gerade neu gewählte Gewerkschaftsrats-Vorsitzende. Ihre rheinische Tonalität und ihre offene, unkomplizierte Art schaffen gleich eine angenehme Gesprächsatmosphäre, als ich sie an unserem Social-Media-Caravan treffe.

Erste Tage als ver.di-Gewerkschaftsrats-Vorsitzende

Christiane Lehmann: Hallo Martina, schön dass du dir für uns Zeit genommen hast! Erst mal herzlichen Glückwunsch zur Wahl zur Gewerkschaftsrats-Vorsitzenden. — Wie waren denn die ersten drei Tage in der neuen Funktion?  

Martina Rößmann-Wolf: Es fühlt sich noch ungewohnt an. Obwohl ich ja wusste, dass es höchstwahrscheinlich so kommt. Aber das Gefühl ist trotzdem da. Ich glaube, ich muss erst mal realisieren: Jetzt ist es so weit.

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