Die Situation in den Kitas ist unübersichtlich. Die Empfehlungen der Ministerpräsidentenkonferenz vom 19. Januar 2021 gingen dahin, Kitas zu schließen, doch das Ergebnis war alles andere als einheitlich: Einige Bundesländer folgten der Empfehlung, schlossen ihre Kitas offiziell und bieten seitdem Notbetreuung an – allerdings mit unterschiedlich strenger Nachweispflicht, was große Folgen hat.

Andere Länder ließen Kitas weiterhin geöffnet, jedoch mit dem Appell an die Eltern, Kinder möglichst zu Hause zu betreuen. Der aktuelle Gipfel vom 10. Februar verfolgt die Idee einer einheitlichen Strategie dann auch nicht mehr weiter: Was mit den Kitas geschieht, ist nun auch offiziell Ländersache. Welche Konsequenzen hat diese unklare Situation aber für Erzieherinnen und Erzieher?

Denn egal, welche Regelung wo gilt oder galt: Viele Kitas sind fast so voll wie vor dem Lockdown. Die Corona-KiTa-Studie zeigt, dass die Auslastung im Januar in den Kindertageseinrichtungen mit 84 Prozent und in der Kindertagespflege mit 82 Prozent nahe am Regelbetrieb liegt.

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Der Möbelhaus-Besuch als sonntägliches Familien-Event? Der Verdauungsspaziergang nach dem Sonntagsbraten führt ins nächst gelegene Einkaufszentrum? Stressfrei Weihnachtsgeschenke shoppen? Oder – in seligen Vor-Corona-Zeiten – die Nacht von Samstag auf Sonntag durchtanzen und sich auf dem Heimweg noch schnell fürs späte Frühstück eindecken?

Der verkaufsoffene Sonntag klingt für viele erst mal attraktiv – wir geben euch gute Argumente an die Hand, weshalb wir davon überzeugt sind, dass der Preis fürs Sonntags-Shopping zu hoch ist. Bezahlen müssen ihn – nicht nur – die Beschäftigten.

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Foto: KAY HERSCHELMANN

Christiane Lehmann: Hallo Aydan, schön dass du dir Zeit für uns genommen hast. Wir wollen uns heute über die gerade abgeschlossene Tarifeinigung im öffentlichen Dienst unterhalten. Aber bevor wir zum Thema kommen – magst du dich kurz vorstellen?

Aydan Fazilet Karakas-Blutte: Mein Name ist Aydan und ich bin bei ver.di Mitglied sowohl in der Bundestarifkommission (BTK) als auch in der Verhandlungskommission (VK) des öffentlichen Dienstes. Seit 2006 bin ich freigestellte Personalrätin bei der Stadtverwaltung Kassel. Davor habe ich 10 Jahre als Sozialarbeiterin im Allgemeinen Sozialen Dienst gearbeitet und war dann mehrere Jahre in der Schulsozialarbeit tätig. Vor meiner Freistellung habe ich zuletzt bei der Jugendgerichtshilfe Täter-Opfer-Ausgleich gemacht. Das ist eine außergerichtliche Vermittlungsstelle zwischen Täter und Opfern, bei denen Mediationsverfahren angewendet werden. 

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Die Tarifeinigung in den Tarifverhandlungen für die Angestellten von Bund und Kommunen vom 25. Oktober 20202 enthält für alle, für die diese Einigung gilt, eine sogenannte „Corona-Prämie“.

Wei immer wieder Fragen kommen: Die Sonderzahlung des TVöD gilt ausschließlich für Beschäftigte von Bund & Kommunen, nicht für Beschäftigte der Länder, nicht für kirchliche Träger und alle anderen Arbeitgeber! Es gibt Arbeitsverträge, in denen der TVöD automatisch bernommen wird. Mitglieder, die Fragen dazu haben, können Kontakt zu ihrer ver.di-Bezirksstelle aufnehmen. Ihnen steht eine kostenlose Rechtsberatung zu.

Diese einmalige Sonderzahlung gilt unabhängig davon, ob bereits eine Prämie gezahlt wurde oder nicht. Sie ist bis zu einer Höhe von 1500 Euro steuer- und abschlagsfrei, alles darüber hinaus muss normal versteuert werden. Voraussetzung für die Prämie ist, dass das Beschäftigungsverhältnis am 1. Oktober 2020 noch bestanden hat. Wer an diesem Tag nicht in einem Arbeitsverhältnis mit Anspruch auf Entgelt war, erhält die Corona-Sonderzahlung leider nicht (Saisonkräfte). 

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sebastian gerhards - ver.di-tarifbotschafter in den tarifverhandlungen im öffentlichen dienst 2020

Christiane Lehmann: Hallo Sebastian, du hast dich entschieden, in den Tarifverhandlungen 2020 für den öffentlichen Dienst ver.di-Tarifbotschafter in deiner Amtsstelle zu werden. Wer bist du und was machst du beruflich?

Sebastian Gerhards: Ich bin Sebastian Gerhards, 39 Jahre alt und gelernter Landschaftsgärtner, heute arbeite ich als Landschaftsarchitekt bei der Unteren Naturschutzbehörde, Fischerei und Jagd im Hochsauerlandkreis.

Christiane Lehmann: Was machst du da genau? 

Sebastian Gerhards: Ich betreue verschiedene Schutzgebiete wie Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiete. Auch die Durchsetzung der sogenannten „Eingriffs-Ausgleich-Regelung“ fällt in meinen Arbeitsbereich. Diese Regelung soll dafür sorgen, dass sich ein Gebiet durch Baumaßnahmen nicht verschlechtert. Wir betreuen auch Landwirte im Rahmen des Vertragsnaturschutzes und organisieren gemeinsam die Bewirtschaftung, die Beweidung oder die Mahd, um die schutzwürdigen Flächen optimal zu fördern.

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Sylvia Bühler heizt Beschäftigten in der Pflege vor der 2. Verhandlungsrunde im öffentlichen Dienst ein. 19. September 2020, Potsdam Foto: KAY HERSCHELMANN

Innerhalb der laufenden Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst gibt es zwei eigene Tische, an denen zusätzlich zur „großen Runde“ verhandelt wird. Den Verhandlungstisch in Gesundheitswesen und Pflege haben unsere Vertreter*innen eingefordert, weil wir finden, dass es besonderen Gesprächsbedarf in diesem Bereich gibt, der innerhalb der „großen“ Verhandlungen nicht komplett abgedeckt werden kann. Anders der Verhandlungstisch der Sparkassen: Dieser Tisch wurde von der Arbeitgeber*innenseite gefordert und das verheißt nichts Gutes.

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Vanessa Gropp. Tarifbotschafterin für ver.di in der Tarifrunde.

Christiane Lehmann: Hallo Vanessa, du bist ver.di-Tarifbotschafterin in der aktuellen Tarifrunde im öffentlichen Dienst. Bevor du uns erzählst, was du in dieser Rolle genau machst und wie man „TaBo“ wird, erzähl uns doch kurz, wer du bist und was du machst.

Vanessa Gropp: ich bin Vanessa, 20 Jahre alt und komme aus dem Kreis Hohenlohe. Ich mache eine Ausbildung zur Krankenpflegerin und hatte gestern meine letzten Prüfungen. Seit heute bin ich examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin am Krankenhaus Hohenlohe.

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TVN2020; Berlin-Friedrichsstrasse, 24.07.2020 © Christian Jungeblodt

Schon vor der Corona-Krise ist die Tarifrunde #TVN2020 für den öffentlichen Personennahverkehr gestartet, zum 1. Juli ist die Friedenspflicht zu Ende gegangen: ver.di ist streikfähig. Zugleich streiten ver.di und Fridays for Future (FFF) schon seit längerem Seite an Seite für eine umweltfreundliche und gerechte Verkehrspolitik, denn wir finden, das sind zwei Seiten einer Medaille: Gute Arbeitsbedingungen und Klimaschutz durch gute Angebote im ÖPNV – das eine geht nicht ohne das andere.  

Stop, halt, noch mal, bitte von vorne! – Wie kommen ver.di und Fridays for Future eigentlich zusammen und was haben Klimawandel und die Tarifrunde im ÖPNV miteinander zu tun?

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Fabienne Eli ist eine von 14 angehenden Gewerkschaftssekretär*innen, die zum 1. April 2020 ihre Trainee-Stelle bei ver.di angetreten haben – mitten in der Pandemie, mitten im Corona-Shutdown. Sie erzählt, wie sie ihren Start als ver.di-Trainee unter diesen ungewöhnlichen Bedingungen erlebt hat.

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Mitmachaktion: Beschäftigte erzählen, wie Corona ihre Arbeit verändert

Der Ausbruch der Corona-Pandemie ist gerade ein paar Wochen her. Experten sagen, wir stünden immer noch am Anfang. Dennoch hat sich bereits jetzt unser aller Arbeitsleben grundlegend verändert. Stillstand und Existenzängste bei den einen: Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit oder drohende Privat-Insolvenz. Andere können im Home Office mehr oder weniger eingeschränkt weiter arbeiten. Lagerkoller inklusive.

Die dritte große Gruppe gilt als „systemrelevant“. Diese Menschen in ganz unterschiedlichen Berufen sorgen dafür, dass unser Leben auch unter den nie da gewesenen Umständen irgendwie weiter funktioniert und dass wir im Krankheitsfall versorgt werden. Wir haben sie per Videochat gefragt: Wie hat sich euer Leben, euer Arbeitsalltag verändert seit der Krise? Was sind die neuen Herausforderungen und was braucht ihr, um diese zu bewältigen?

Angelina Hacker, Großhandel: „Wir schieben Überstunden ohne Ende“
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