Von Conny Berger, Leiterin Kommunikation in der ver.di Bundesverwaltung

Aktion der Berliner Krankenhausbewegung in ver.di vor dem Roten Rathaus.
© Kay Herrschelmann
Berliner Krankenhausbewegung: ein gewerkschaftlicher Erfolg

Pünktlich zum neuen Jahr tritt ein Tarifvertrag in Kraft, der für mich einen Meilenstein für 2021 darstellt: Der Entlastungstarifvertrag bei der Berliner Charité. Er ist das Ergebnis einer beeindruckenden Tarifauseinandersetzung, die es sich zum Ziel gesetzt hatte, bessere Personalausstattung und Bedingungen für die großen Berliner Krankenhäuser Charité und Vivantes sowie die Vivantes-Tochterunternehmen zu erkämpfen. Ein beeindruckender Kampf, der auch gleich eine Antwort darauf gegeben hat, welche Taten öffentliche Arbeitgeber oder Arbeitgeber, die im Eigentum der öffentlichen Hand sind, ihren Lobeshymnen auf den Einsatz der systemrelevanten Kolleg*innen folgen lassen werden. 

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Foto: Kay.Herschelmann

Wir haben Mitglieder der ver.di-Bundestarifkommission (BTK) gefragt, wie sie zum Abschluss der aktuellen Tarifrunde der Länder stehen. Die Tarifkommission ist bei ver.di das Gremium, das unter anderem über die Annahme eines Tarifabschlusses entscheidet. Die BTK besteht aus 100 stimmberechtigten gewählten ehrenamtlichen Mitgliedern und verschiedenen nicht-stimmberechtigten Hauptberuflichen (stimmberechtigt sind außerdem die Mitglieder des Bundesvorstands, deren Fachbereiche von den Tarifverhandlungen betroffen sind). Hier kommen unsere Ehrenamtlichen zu Wort.

Herrmann: „Wir konnten den Arbeitsvorgang abwenden“
Herrmann, BTK und VK-Mitglied

Moin, ich bin in der Verhandlungskommission und auch in der Bundestarifkommission (BTK). Ich muss sagen, wir hatten hier in Potsdam ganz schwierige Gespräche mit den Arbeitgebern. Wir haben von Sonntag auf Montag bis nachts um eins gesessen. Am nächsten Morgen ging es in die BTK, wo wir die Ergebnisse dann bewertet haben.

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Dass an vielen deutschen Universitäten und Hochschulen einiges im Argen liegt, wissen alle, die dort lernen, lehren oder anderweitig arbeiten. Meist ist die Auslastung hoch und es gibt um ein Vielfaches mehr Studierende als diejenige Anzahl, für die die Unis einst ausgelegt waren. Weil die Lehrenden entsprechend mehr Student*innen betreuen müssen, weil auch am Mittelbau an Hochschulen gespart wird, ist die Arbeit der Studentischen Hilfskräfte (SHK) umso wichtiger. Umso skandalöser ist es, dass – mit Ausnahme von Berlin – SHKs nicht nach den Tarifverträgen des öffentlichen Dienstes bezahlt werden. Im Gegenteil: Offiziell gelten sie an vielen Hochschulen als „Sachmittel“, werden aus diesem Topf bezahlt und so werden sie vom Arbeitgeber „Land“ auch behandelt. Merle, Johannes, Laura, Freddy und Mara kämpfen in Hamburg für einen Tarifvertrag (hier gibt es Bilder vom Uni-Streik aus Berlin BTW) und erzählen, welche Auswirkungen dieser untragbare Zustand auf ihre tägliche Arbeit und ihr Leben hat.

Merle: „Arbeit an der Uni ist Arbeit – und keine ‚persönliche Chance‘ zur Qualifikation für den Wissenschaftsbereich!“

Ich bin Merle und studiere inzwischen im Master Soziologie an der Uni Hamburg. Seit Anfang des Jahres arbeite ich außerdem auch als studentische Hilfskraft (SHK) an der Uni und bin seitdem auch bei TV Stud aktiv.

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Katharina arbeitet als Pflegekraft in einer Rettungsstelle und streikt mit der Berliner Krankenhausbewegung seit mittlerweile vier Wochen. Zuvor hatten Beschäftigte der Berliner Krankenhausbetreiber Vivantes und Charité ihren Arbeitgebern als auch dem Berliner Senat ein 100-tägiges Ultimatum gestellt. Das gemeinsame Ziel: eine sofortige Umkehr in der Gesundheitsversorgung und bei den Arbeitsbedingungen in den Berliner Krankenhäusern!

Die Beschäftigten fordern eine bedarfsorientierte Personalbemessung und die Bezahlung nach TVöD – auch für die Beschäftigten in den schlechter entlohnten Ausgliederungen. Aber auch nach vier Wochen Streik und öffentlichem Druck hat sich seitens der Politik und Arbeitgebern nicht viel getan.

Katharina ist wütend und setzt gleichzeitig auf EURE Solidarität! In ihrem sehr persönlichem Aufruf schildert sie eindringlich ihre aktuelle Arbeitssituation und warum Streik für sie aktuell die einzige Option und Hoffnung auf eine echte Veränderung ist.

Hier ihr Appell:

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Im August 2020 kam die mobile Bank N26 in die Kritik, nachdem öffentlich wurde, wie rabiat das Management versucht hatte, die Gründung eines Betriebsrats zu blockieren, genauer gesagt, die Wahl des Wahlvorstands – am Ende erfolglos. Anfang November 2020 konnten die Beschäftigten ihren Betriebsrat wählen.

Ein knappes Jahr nach Betriebsratsgründung haben wir uns mit einem Mitglied des Betriebsrats getroffen und wollten wissen: Wie sieht es heute bei N26 aus?

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Ich heiße Lars Borck, bin 50 Jahre alt, LKW-Fahrer und seit fast 30 Jahren in Europa unterwegs. Hier möchte ich mich und meinen Beruf vorstellen, da viele – und das ist kein Vorwurf – kaum wissen, wer wir LKW-Fahrer*innen sind, wie unser Arbeitsalltag aussieht und unter welchen Bedingungen wir arbeiten. Während der Corona-Pandemie oder zum Brexit wurde mal kurz viel über uns berichtet, aber jetzt sind wir wieder von der medialen Bildfläche verschwunden.

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Jessica Hoffmann ist das tausendste neue ver.di-Mitglied in der Berliner Krankenhausbewegung, Portrait-Foto
Jessica Hoffmann ist das tausendste neue ver.di-Mitglied in der Berliner Krankenhausbewegung

Mehr von uns ist besser für alle – unter diesem Motto mobilisieren Krankenhausbeschäftigte schon seit einigen Jahren für Entlastung. Das ist durchaus doppeldeutig gemeint: Eine bessere Personalbesetzung hilft allen, die jetzt oder in Zukunft auf eine gute Krankenversorgung angewiesen sind. Und: Mehr Gewerkschaftsmitglieder sind die Voraussetzung für einen erfolgreichen Kampf um bessere Arbeitsbedingungen. In beiderlei Hinsicht macht die Berliner Krankenhausbewegung von sich Reden. Die Beschäftigten von Charité, Vivantes und ihrer Tochterunternehmen haben ein 100-Tage-Ultimatum gestellt und verlangen zum einen einen Tarifvertrag Entlastung sowie zum anderen die Bezahlung aller Beschäftigten nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD). Im Zuge der Kampagne sind schon 1.000 Beschäftigte der Gewerkschaft ver.di beigetreten. Wir stellen das tausendste neue Mitglied vor: die Gesundheits- und Krankenpflegerin Jessica Hoffmann aus dem Vivantes Humboldt-Klinikum in Berlin-Reinickendorf.

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Fabienne – über ein Jahr bei ver.di im Trainee-Programm

Wenn der Beginn der heiß ersehnten Weiterbildung genau mit einer weltweiten Pandemie zusammenfällt … Fabienne hat zum 1. April 2020 zusammen mit 13 weiteren Nachwuchs-Gewerkschaftssekretär*innen ihr Trainee-Programm begonnen – und uns vor einem Jahr von ihrem Einstieg unter diesen ganz besonderen Bedingungen auf diesem Blog erzählt. Ein gutes Jahr ver.di-Trainee-Programm ist mittlerweile um – und genauso lange begleitet uns auch die Corona-Pandemie. Wir haben Fabienne wieder getroffen und gefragt, wie es ihr und ihren Co-Trainees ergangen ist und welches Fazit sie aus – dem im übrigen neuen – Programm für ver.di-Nachwuchskräfte zieht.

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Sie haben sich entschlossen, in der Tarifrunde der Länder (TdL) 2021 Gesicht zu zeigen! Marko, Sylvia und Marie sind – wie über 2 Millionen andere – Angestellte im öffentlichen Dienst beim Land und außerdem bei ver.di engagiert. Sie arbeiten in den unterschiedlichsten Berufen und werden euch in den nächsten Monaten durch die Tarifrunde begleiten. Sie erzählen aus ihrem Arbeitsalltag, benennen ihre Erwartungen, was sich verbessern muss, zeigen euch Bilder von Aktionen und Streiks, an denen sie teilnehmen, und kommentieren aus ihrer Sicht den Fortlauf der Verhandlungen. Heute stellen wir sie vor!

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der eingang zum amazon Fullfilment Center in Graben bei Augsburg bei Nacht

Franka ist seit einigen Jahren im Amazon-Versandzentrum Graben bei Augsburg beschäftigt. Als Pickerin besteht ihre Arbeit darin, die Bestellungen der Kunden zusammenzustellen. Dazu sucht sie im Lager die Artikel aus den Regalen zusammen. Hauptwerkzeuge ihrer Arbeit sind der Cart, ein Wagen mit Drehstapelbehältern, in dem die Produkte gesammelt werden, und ein Scanner.

Margarethe ist im Inventur- und Qualitätsmanagement. Sie überprüft, ob sich in den Regalfächern tatsächlich auch die Produkte befinden, die im System verzeichnet sind. Mit beiden konnten wir über ihre Arbeit bei dem berüchtigten Versandgroßhändler, vor allem im Pandemiejahr 2020, sprechen.

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